11.06.03

Bewegung im Stillstand

Die home alone Zeit würde jäh beendet. Schlussendlich hat sich der Effekt des bewussteren Einsamkeitsgefühls nicht drastisch eingestellt. Kein grober Verlust. Zu sehr steht die Zeit unter dem Motte, dass es viel zu tun gäbe, vieles für das ich gerne Zeit hätte es zu tun, und hab ich Zeit erdrückt die Vielfalt und ich mag am liebsten gar nix machen. Wahrscheinlich mag man bei der Schwüle zusätzlich nichts angehen oder es ist einfach nix das richtige, nichts wichtig. Diese Gefühle sind nichts weltbewegendes Neues. Es ist eben die Flucht, die in der Nähe fern ist. Da bleibt ein erweitertes Singleleben nur ein Maggikorn in der Sauce.
Apropos Essen. Die täglichen Kapriolen meines Magens finden jetzt endlich ihr Ende. Nascherein, Süßigkeiten, Salzzeug, zwischen drunter mageres Fertigfutter, hauptsächliche italienisch, während des Arbeitens wird ohnedies nix gegessen oder getrunken, all das mündet in einen Verzweiflungsschrei meines ausgelaugten Magens, zumindest interpretiere ich ihn so. Ich frag mich wie das aussehen wird, wenn ich eine eigene Wohnung haben werde, wie lang wird es wohl dauern bis ich koche? Das wird wohl meine Beziehung zum Essen signifikant ändern, vielleicht auch zur Kleidung und deren Behandlung. Resultierend in einem ganz neuen Andi.
Was das anbelangt: Ich habe mit Freunden diskutiert, ob extreme Umstände dazu führen können, dass man sich von Grund auf ändert. Genau genommen gings darum, ob man mit sich selbst so unzufrieden, auf sich selbst so einen Hass haben kann, dass man persönlichen Selbstmord begeht und sich selbst über Bord wirft, neu beginnt. Ihre Meinung war, dass es immer eine Lüge bleiben würde. Dass man z.B. als introvertierter Mensch, auf Grund eines derartigen Crash, nicht auf eine Party gehen kann und sich dort aufführen kann. Dass man es vielleicht tun könne, aber es würde jeder merken. Ich für meinen Teil gehe mit dem Glauben durch die Welt, dass die Situation nur schlimm genug werden muss und bevor ich aufgebe wird es radikal (radikal immer gegen mich gerichtet, als Wurzel des Problems). Irgendwie, dass es gelegentlich Watschen geben muss damit man was ändert. Sicher die meisten Dinge ändern sich fast unbemerkt mit der Zeit, manches vielleicht aber nicht. Was glaubt ihr, ist man egal was passiert gefangen, oder sagen wir gebunden an sich selbst?

@Michi: Hast du mein Zimmer bekommen?

@Sabine: Ich werde wahrscheinlich am Sa für eine Taufe in die Steiermark fahren. Werde meinen Vorrad an altagsgebräuchlichen metaphorischen Predigten auffrischen, mich ein wenig wundern, was man im gleichklingendem Chor niemals in Frage stellen wird, wohl wissend, dass nichts davon mehr allzu bewusst abläuft und keinem geschadet wird. Das wird also meine eigene Show in der Steiermark. So lang fährt man dort ja auch nicht hin.

Posted by Andreas at 11.06.03 21:40
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Posted by: outdoor sex at 27.02.06 02:09