02.07.03

Der Sinn des Lebens

Nachdem ich heute wieder zu Hause an einem Buch gearbeitet habe, das wir im Oktober pünktlich zur Buchmesse veröffentlichen, muß ich euch doch mal die zentrale Frage stellen, um die es darin geht (und die in Amerika 3 Mio. Leute veranlaßt hat, das Buch zu kaufen):

Was ist nach eurer Ansicht der Sinn eures Lebens? Warum seid ihr hier?

Posted by Clio at 02.07.03 17:57
Comments

Das kann ich ganz einfach beantworten: Ich habe keinen blassen Schimmer.

Posted by: Michelle at 02.07.03 18:07

Falls die Reproduktion und somit die Sicherung des Fortbestandes der Menschheit der Sinn des Lebens ist....dann bin ich ein Versager. Ich bin stattdessen optimistisch und hoffe mal, dass ich die Welt wenigstens ein wenig besser machen kann. Wie ich das alles schaffen soll, weiss ich heute noch nicht...aber dazu bin ich ja Optimist

Posted by: Thorsten at 02.07.03 18:09

ich mach hier urlaub vom himmel. in einem kleinen vorort der hölle. die sind da oben aber auch immer so gut gelaunt, schrecklich! ;)

Posted by: Sabine at 02.07.03 18:10

Wenn der Sinn meines Lebens ich bin, also ich als derjenige dessen Wahrnehmung Interpretation und Interaktion meine Welt bildet, dann wäre dieser Sinn bestätigt über die Ziele, die ich gesteckt und erreicht hab. Dennoch erlischt mein Sinn nicht durch das verfehlen der Ziele, womit ich Objekt meines Überlebensinstinkts bin. Da ich nicht nur im Spiegel Teile von mir selbst sehe, und die ähnlichen herumlaufenden Bildern nicht streng nach meiner oder so wie meine innere Logik laufen, muß ich zwangsläufig davon ausgehen, dass mein Sinn, besteht er nur aus Erfüllung von Zielen, in Interaktion mit den Sinnen der anderen läuft, meist mit ihnen manchmal gegen sie. Damit erlischt die Freiheit meines Sinnes und reduziert sich, will man ihn allgemeingültig machen, auf Weniges dafür aber Instinktives. Erfülle ich meinen Sinn alleine durch geschicktes Überleben? Würd ich mir nicht wünschen, dass Überleben anderer zu sichern unter Unterstützung ihr subjektives Empfinden der Welt positiv zu gestallten. So wie ich so du hoffentlich mir? Wessen Sinne sind mir näher? Wessen Sinne sind mir näher, weil ich seiner Sinne näher bin?
Wie man aus so vielen Dingen schließen kann, so auch aus diesem, ich weiß nichts. Dies ist kein Mahnmal für oder gegen den Sinn meines Lebens, legt auch keine Grundlage für den Sinn, dem Sinnlosen ein Ende zu bereiten. Ganz vernünftig scheint nur zu sein sich den Fragen nach dem Sinnvollen, dem nicht so Sinnvollen, dem Gutem und dem Schlechten zu stellen. Ich kann kein Gefühl für das auf der Lebenspanne übermorgig stehende entwickeln um aus dem Glauben hier sinnvoll zu leiden oder hier nach einer nicht durch pures Selbstverständnis entsprungenen Moral, gegeben durch der versuchten allumfassenden Verständnis definiert, zu leben damit ich die Sinnerfüllung, als eine Liste vor dem Richter verwenden kann für das grausame oder glückliche Leben danach.
Ich weiß nicht, ich sehe keinen heroischen großen Sinn in meinem Leben. Ich werde nie einer von denen sein, auf den die Geschichte mit dem weißen Finger, der für Vorbild steht, zeigen wird. Keine Bücher aus meiner Hand werden die Menschheit weiterbringen, keine Erfindung wird glorreich mit meinem Namen verbunden sein. Ich werde der sein, der wie die Masse, mehr die Hintergrundbeleuchtung als den Hotspot für das Weltenlicht bildet. Bin ich sinnlos, entbehrlich. Natürlich! Mein Sinn erlischt in jeder Minute der Einsamkeit mehr. Dennoch bleibt Zeit für scheinbar sinnvolles oder nicht? Sinn macht?s wahrscheinlich nur profanen.

Posted by: Andreas at 02.07.03 20:39

Da man mich als "Der Typ der von Themen bei denen der Mensch keine Ahnung hat nix hält" kennt, gibt es für mich keinen Sinn des Lebens. Warum sollte es einen geben?!?!?! Erst wenn man diese Frage beantwortet, erst dann kann man fragen: Was is der Sinn. Nachdem man aber nicht die vorhergehende Frage beantworten kann, hat sich alles andere erübrigt...

Posted by: Flip at 02.07.03 21:34

Dein Leben hat kein Sinn? Du denkst nicht, daß dieser Welt irgend etwas fehlt, wenn Du nicht mehr da bist? Das finde ich traurig. Ich meine, wenn ich mein Leben auf dieser Grundlage leben würde, dann hätte ich mich doch glatt schon aus dem Fenster gestürzt, oder? No harm intended ... Ich habe sicher den Stein der Weisen nicht gefunden, aber ich denke, hier würde ein "Clio-Vakuum" entstehen, wenn ich irgendwann nicht mehr da wäre. Und es würden einige Leute zurückbleiben, denen es nicht egal wäre, daß ich nicht mehr da bin. Eigentlich möchte ich mich Sabine anschließen, wenn sie schreibt:

[quote]ich mach hier urlaub vom himmel. in einem kleinen vorort der hölle.[/quote]

Nur finde ich es dort oben nicht langweilig. Things can only get better. :-)


Können wir uns unseren Sinn selbst machen? Sind wir dazu verdammt, frei zu sein und uns unseren Sinn selbst "zu machen"? Oder bekommen wir ihn von außen? Von unserer Gesellschaft? Einer Religion?

Posted by: Clio at 02.07.03 21:37

Naja, wenn sich sonst keiner traut sag's ich halt.
42 - ist der Sinn des Lebens :)
Weiss man ja eigentlich - aus dem anderen Buch. Darin liegt auch die Gefahr - Stichwort Copyright Verletzung ;-)

Posted by: bebal at 02.07.03 22:05

@Filip: Mir schien als hätte Clio nicht nach dem Sinn des Lebens gefragt, sondern nach dem Sinn unseres Lebens für uns. Sicher das läßt deine Antwort immer noch zu. So korrekt sie mir scheint, weil viel was anderes hab ich eigentlich auch nicht geschrieben und gedacht, so langweilig ist sie. Jeder kann für sich entscheiden ob er dem Leben einen Sinn geben kann oder geben muß um zu leben. Sinn im Sinne von Wert. Das wäre dann das persönliche Warum es für einen selbst einen Sinn geben muß oder nicht. Genauso müßte man vor der Frage des Sinnes des Lebens, Fragen gegenüber was hat es einen Sinn. Z.B. Hat gegenüber dem "toten" Teil der Erde das Leben, das auf ihn haust(die Natur?), einen Sinn. Deswegen auch die Frage bin ich sinnvoll im sinne von Uentbehrlich für die Welt? Natürlich nicht! Mir fällt jetzt keine gute prägende Persönlikeit ein, also nehm ich was Symbolisches: Machte das dagewesensein von Jesus einen Sinn? Ist er in diesem Sinne für heute unentbehrlich? Hätte es wer anderer sein können, bestand die Notwendigkeit für in unausweichlich? Hätte er sein oder hat er sogar sein Leben für Sinnlos erachtet?
Eine kette sinnloser Fragen, dennoch kann ich die Lust in ihrere Ergründung spüren. Ob mir das wiederum hilft für den Moment zu entscheiden ob ich dem Sinn ein ende setze weiß ich nicht. Für mich ist globaler Unsinn kein Rückschluß auf persönlichen Unsinn, der im gegenzug aber sehr viel wahrscheinlicher scheint.

Posted by: Andreas at 02.07.03 22:19

@Clio: Als verdammung sah ich das subjektive Freiheitsgefühl für das machen eines Sinns noch nie. Ist aber eine interessante Frage. Irgendwo Zufall und Notwendigkeit mäsig.
Ich würds für mich wahrscheinlich so beantworten. Ich bin Produkt von den Dingen die du nennst: Von mir, meiner Natur, meiner Gesselschaft, der Gesellschaft und noch ein paar anderen Dingen, die wiederum auch meine Sinnfrage maßgäbliche beeinflußen. Steht wohl alles in Wechselwirkung.
Warum glaube ich das es keinen Sinn gibt? Weils mir die Erfahrung und mein Grübeln und Abwegen von anderen Meinungen sagt. Das klingt ganz vernünftig. Das ist subjektiv so frei, wie es objektiv vorgegeben ist.

Posted by: Andreas at 02.07.03 22:33

hä?

Posted by: Leif at 02.07.03 22:39

Ich denke, wenn ich dazu verdammt bin, frei zu sein - also wenn mein Leben keinen vorher definierten Sinn hat -, dann ist das doch irgendwie recht anstrengend, frustrierend, verantwortungsvoll ... Einiges kann ich sicher nicht beeinflussen (z. B. die Nation und die Familie, in die ich hineingeboren werde), aber ich denke, Du mußt einfach das beste aus dem machen, mit dem Du konfrontiert wirst. Aber ich kann auch gleichzeitig nicht irgendwas machen, weil ich ja auch meinem Nächsten nicht auf die Füße treten darf. Denke ich jedenfalls.

Und was Jesus angeht: Natürlich denke ich, daß seine Existenz einen Sinn hat. Die meisten Krankenhäuser, die auf dieser Welt gegründet wurden, wurden von Christen gegründet (oder zumindest aus einem christlichen Beweggrund heraus). Und das gilt auch für viele Organisationen, die sich um die benachteiligten Menschen kümmern. Allein aus diesem Grund hatte sein Leben schon einen guten Sinn und Zweck.

Posted by: Clio at 03.07.03 08:46

@Clio: Was sollte der Welt fehlen wenn ich nicht mehr da sein sollte? Ich würde meinen Eltern, Freunden usw fehlen, aber der Welt? Ist das nicht schon etwas übertrieben? Wie auch immer, selbst wenn ich mal die Welt auf einen engeren mir bekannten Kreis beschränkte und würde ich diesem Kreis fehlen, dann hat das nix mit dem Sinn des Lebens zu tun...
Du meinst dass du dich aus dem Fensta gestürtzt hättest, das is aba mit dem Überlebenstrieb nicht vereinbar... Oder soll etwa der Überlebenstrieb der Sinn des Lems sein? Oder soll die Existenz des Menschen der Sinn des Lems sein? Ich seh das nicht so. Ich seh diese Dinge so wie sie sind und verbinde das nicht mit Sinn des Lems, was das auch imma sein soll...
Warum sich also der Mensch nicht aus dem Fenster stürtzt, zumindest nicht die Menschen die den Hauptanteil der Normalverteiluing ausmachen, liegt nicht an der Existenz eines Sinns, sondern am Überlebenstrieb.

@Andreas: Du erklärst zwar die Fragestellung nach dem Sinn unseres Lebens, das ist schön und gut, aber das beantwortet immer noch nicht meine vorausetzende Frage: Warum sollte es einen Sinn geben? Warum sollte das Leben einen Wert haben? Was soll der Wert sein?
@Jesus: Ich seh an Jesus nichts besonderes. Er war vermutlich gutmütig (vorausgesetzt dass es überhaupt jemals exestiert hat), zumindest wird er so dargestellt, aber mehr ist es nunmal nicht. Deswegen ist mir Jesus auch zeimlich gleichgültig. Mag sein dass er die Gesellschaft beeinflusst hat oder auch nicht, aber das gehört wieder zu den Dingen die e niemand weis, weshalb es keinen Sinn hat über sowas nachzudenken.. Wie du selbst meinst: Sinnlose Fragen. So wie zu dummen Fragen dumme Antworten gehören, gehören zu sinnlosen Fragen sinnlose Antworten, ich erinnere da an die Glaubensfragen :-p Und sobald ich solche sinnlosen Fragen wittere, beginne ich zu hinterfragen: Warum sollte es überhaupt so sein?
@Clio: Warum sollte es einen Sinn des Lems gem? Beantworte mia erst mal diese Frage. Warum schafft sich der Mensch einen Sinn seines Lems? Um das Leben erträglcher zu gestalten? Liegt wohl daran dass die meisten Menschen sich unter dem Sinn des Lems etwas schönes ausdenken, etwas das pos wirkt... Und warum m8 man das? Um sich einzureden dass das Lem vielleicht doch ein Scheiss is? Warum m8 man das also?

Posted by: Flip at 04.07.03 03:15

Ich denke, jeder braucht irgendeinen Sinn für sein Leben. Ich will die Gewissheit haben, daß ich nicht rein zufällig hier bin. Und wenn ich die wissenschaftliche Erklärung heranziehe, daß ich das Geschöpf einer Ursuppe bin, die sich über Jahrmillionen über Zweizeller und Affen in einen Mensch verwandelt hat - thanks, but no thanks. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist doch wohl mehr als verschwindend gering. Und dann brauchen wir den Sinn auch fürs alltägliche Überleben. Aber ich denke, es muß schon ein richtiger "SINN" sein, der den Namen auch verdient, denn sonst leben wir nicht, sondern existieren bloß.

Posted by: Clio at 04.07.03 08:34

@clio: müssen sich religion und evolution ausschließen?

Posted by: Sabine at 04.07.03 11:33

Nein, nicht unbedingt. Es gibt auch viele Christen (sog. Evolutionisten), die davon ausgehen, daß die Evolution ein Teil von Gottes Plan ist. Aber natürlich nicht die Sache mit den Affen ...

Posted by: Clio at 04.07.03 12:01

@Filip: wie gesagt, ich lasse mich in meinen Fragen nicht einschrenken. Und wie ich mehrfach betont habe ging die ursprüngliche Frage vom persönlichen Sinn aus. Wie du an Clios Bespiel siehst, gibt es Menschen, die brauchen einen handfesten Sinn, in dem Fall eine Art Vorsehung. Ich für meinen Teil brauche auf diese Weise auch keinen Sinn. Ich bin mehr der Mensch der an Notwendikeiten glaubt, deswegen auch im vollen Mase an Evolution in allen Bereichen. Dahinter steckt für mich schon so etwas wie ein Sinn. Kein Sinn, der im Detail von uns erfaßbar ist, vielleicht nicht mal in seiner Tendenz. Ich weigere mich hier auch das ganze zu personifzieren in einem Gott. Für mich ergibt das einen Kreis. Es gibt Notwenidkeiten für alles, basierend auf elementarsten Regeln, vielleicht sogar eine einzige, im zusammenwirkung zu komplex um Vorhersagen zu machen. Das würde es mir auch erlauben zu sagen es gibt einen Sinn für alles einen Grund. Die Frage warum es einen Sinn braucht stellt sich nicht so sehr wenn er da ist.
Warum ich einen Sinn brauche und warum nicht und welchen hab ich auch definiert. Sinn = Erfüllung Ziele.
Die Frage ist, wie man zweifelos sieht, nicht irrelevant, weils sie unsere Weltbilder wiederspiegelt.

Posted by: Andreas at 04.07.03 13:05

Das letzte war, glaube ich, die wichtigste Aussage überhaupt: Die Frage nach dem Sinn spiegelt unsere Weltsicht wieder. Und meine Sichtweise zeigt sich daran, daß ich mich weigere zu glauben, daß das hier alles nur aus reinem Zufall entstanden ist, weil irgendwelche Gase mit einer bestimmten Temperatur miteinander reagiert haben. Und weil wir nur lange genug gewartet haben, sind wir nun hier. Daran KANN ich gar nicht glauben.

Posted by: Clio at 04.07.03 13:29

@Clio: Ich hab kein Problem mit dem Gedankengang dass ich hier zufällig sei. Wenn es eine Tatsache ist, dann soll es so sein. Zur Zeit spricht auch nichts dagegen dass wir hier durch Zufall sind, bzw es spricht rein ga nichts dafür dass es kein Zufall gewesen sein soll. Und falls es zufällig passiert sein soll, dann wars wohl ein wissenschaftlicher Zufall, aus einer bestimmten mathematischen Wahrscheinlichkeit herausgegriffen. Vieles basiert nunmal auf Zufällen.
@Andreas: >Die Frage warum es einen Sinn braucht stellt sich nicht so sehr wenn er da ist.
WENN das Wörtchen WENN nicht wär, wäre alles halb so schwer.... Man kennt den Spruch... Ich hab aber meinerseiz keine Lust auf ein wenn, dann... Das is ma einach zu wenig, unbefriedigend eben.
Ich slebst definiere nicht als Sinn=Ziele oder sonst ergleichen, denn das eine ist das eine und das andre is das andres, ich trenn sowas. Auch ich hab gewisse Ziele, verstehe es aber nicht als Sinn meines Lems und schon ga ned wenn diese materiell, also künstlich, also nicht natürlich sind.

Posted by: Flip at 05.07.03 20:47

Dann hast Du für Dein Leben also keinen Sinn? Du bist aus Zufall hier, bringst Deine Zeit so gut wie möglich rum - und das war's?

Posted by: Clio at 06.07.03 08:10

der sinn des lebens ist zu lieben...

Posted by: Sonja at 07.07.03 12:46

Wen? Alle oder nur Auserwählte? :-)

Posted by: Clio at 07.07.03 12:57

ich hatte mal eine sehr interessante unterhaltung mit jemandem, der auch sonjas meinung war bzw. war er in folgendem punkt ganz meiner meinung (ein seltsamer zufall...): er sah den (oder einen) sinn des lebens darin, lieben zu lernen, und zwar ohne egoistische motive, ohne etwas dafür haben zu wollen.

@clio: man kann natürlich nicht alle lieben, wie denn auch. das schlimmste ist meiner meinung nach, wenn man jemanden aus seinem eigenen umfeld, der hilfe braucht, im stich läßt...

Posted by: Sabine at 07.07.03 14:29

Mit meiner Frage spielte ich eigentlich nur darauf an, daß es ziemlich einfach ist, Menschen zu lieben, die auch nett zu mir sind, die von ihrem Wesen her einfach liebenswert sind. Aber erst beim Lieben von Menschen, die mir eigentlich nicht liegen, fängt die wahre Herausforderung an.
Aber grundsätzlich finde ich diese Erklärung richtig toll.

Posted by: Clio at 07.07.03 16:55

aber wie weit soll dieses lieben von menschen, die mir überhaupt nicht liegen, gehen? mit respekt behandeln ja, aber darüber hinaus? man kann sich nicht mit allen leuten verstehen, das geht einfach nicht.

Posted by: Sabine at 07.07.03 18:37

Nein, das stimmt. Aber zumindest im Frieden leben, soweit es einem möglich ist. Denn man kann ja nicht den anderen zwingen, auch Frieden zu suchen.

Posted by: Clio at 08.07.03 06:49

Ich stelle mir gerade die Frage, welchen Bezug die Frage nach dem Sinn mit dem Verfall unserer Gesellschaft hat. Eigentlich will ich vermeiden, irgendwelche Sinne zu be- oder verurteilen. Aber wenn ich mal vergleiche, wie es unserer Gesellschaft ging, als der Sinn des Lebens darin bestand, möglichst hart für Deine Familie (Dein Land) zu arbeiten. Und das mit heute vergleiche, wo es darum geht, möglichst viel Spaß zu haben und sich ja nicht auf irgendeine Aufgabe festlegen zu lassen ... und unsere Gesellschaft und die Wirtschaft den Bach hinuntergeht.

Posted by: Clio at 08.07.03 09:48

warum sinn u. nicht jdufg57h4t?

der "sinn" ist wie der meter nur eine abstraktes wortkonstrukt, daß wir erfunden haben, um einfacher u. effizienter funktionieren zu können.
es hat sich herausgestellt, daß sinvolles tun nützlicher ist, als sinnloses od. unsinniges -deshalb auch die konstruktion dieses wortes. die ausweitung dieser Wortkonstruktion auf spirituelles, glaubensfragen, daseinsfragen etc. geschah nur deshalb, weil wir nichts wissen, es aber gerne möchten. da kommt das wort "sinn" gerade recht.

wenn es in einer "wissenden" ebene wirklich einen "sinn" od. etwas ähnliches, was wir glauben darunter zu verstehen, geben sollte, dann würden wir es wohl kaum verstehen.
wäre in etwas so, als ob man einem wackeldackel die chemische zusammensetzung eines bergkristalls erklären würde.

wir glauben zu wissen, besser gesagt sind wir schon so arrogant, daß wir schon glauben zu wissen, daß wir wissen, das bedeutet aber nicht, daß wir wissen. ganz im gegenteil. es beweißt, daß unsere ganze existenz auf annahmen u. glauben aufgebaut ist. ist wohl auch der grund dafür, daß in den religionen keine wissende sondern nur gläubige anzutreffen sind.

wir "wissen", daß leben nur auf kohlenstoffbasis aufgebaut sein kann? schwachsinn, wer sagt das? wissenschaftler! menschen wie du u. ich die nicht mal auf die einfachste u. elementarste frage ansich eine antwort haben, nämlich wie sie entstanden sind, nicht physisch, sondern geistig. sie wissen es nicht, obwohl sie ja selbst dabei waren, od. etwa nicht? so wissend sind wir also alle, jaja ;)

hätte ich vor 100 Jahren behauptet daß sich auf jedem menschlichen körper mehrere mikrokosmen befinden, die in summe ca. 40 billionen bakterien beherbergen, ein vielfaches der Anzahl von menschlichen Zellen, wäre ich wahrscheinlich erschossen, oder zumindest einer Heilanstalt für geistig desorientierte menschen zugewiesen worden.

Posted by: Franz at 12.11.03 06:00

Nun, aber ohne "glauben" können wir nicht leben. Denn woher "weißt" Du, daß der Stuhl, an den Du Dich setzen wirst, nicht unter Dir zusammenbricht. Wenn Du Dich in Deinem Leben nur auf das "Wissen" verlassen würdest, dann wäre es ausgesprochen schwierig zu leben. Du kannst lediglich aufgrund von Erfahrungen ein möglichst verläßliches "Wissen" anhäufen. Und das gilt zum Beispiel auch für den Glauben. Denn es ist ja nicht so, als würden die Gläubigen ihren Glauben nur auf Annahmen oder haltlosen Gefühlen aufbauen.

Posted by: Clio at 12.11.03 08:51

@Franz:Weißt du ob du wissen oder glauben willst und was von beiden dich schneller zum Erfüllen bringt?
@Clio: Die Stuhlmetahpher gefällt mir ungemein. *ausmal* Ist die von dir?

Posted by: Andreas at 12.11.03 17:38

Nee, die habe ich mal irgendwo gelesen. Soll ich mal nachgrübeln, wo?

Posted by: Clio at 12.11.03 19:35

Ich weiß, woher die Stuhlmetapher kommt, hab den Absatz gerade gestern gelesen. Eckard Krause, Clio das hättest Du aber selbst wissen können;-)

Posted by: Michelle at 12.11.03 20:32

Okay, okay, ist bei mir schon eine Weile her ... *hüstel* Wie fandest Du sie?

Posted by: Clio at 13.11.03 08:28

@Clio
...im Grunde weiß ich das auch nicht, das ganze Leben ist deshalb auch einer Spekulationsblase gleichzusetzen, in der es sich nur so lange ohne Schwierigkeiten leben lässt, solange diese nicht zum platzen gebracht wird!

Anm.: mir ist solches tatsächlich auch schon 2x passiert u. ich bin kein ungewöhnlich schwerer Mensch ;) Pech dürfte also das Unterscheidungsmerkmal zw. Glauben und Wissen sein. Erkenntis ist das Resultat daraus und ist es nicht das was uns da stehen lässt, wo wir uns befinden?

@ Andreas
was ich will? :) ...wenn ich das erkennen würde (s.o.), wäre ich wohl kaum auf dieser Welt - also "will" ich wohl erkennen bzw. muß es ;)
Ich bezweifle, daß irgendwer auf dieser Welt wirklich weiß, was er will u. nicht nur glaubt zu wollen! Um dieser "Erkenntnis" - "Willen" ist er möglicherweisen existent.

Fazit: Pech ist der Sinn des Lebens ;)

Posted by: Franz at 19.11.03 12:32

...
@Clio
Nun, aber ohne "glauben" können wir nicht traden. Denn woher "weißt" Du, daß der Markt, in den Du investieren wirst, nicht unter Dir zusammenbricht. Wenn Du Dich in Deinem Leben nur auf das "Wissen" verlassen würdest, dann wäre es ausgesprochen schwierig zu traden. Du kannst lediglich aufgrund von Erfahrungen ein möglichst verläßliches "Wissen" anhäufen. [...]

stimmt, ist auch ein Grundsatz eines jeden Traders, die besten bringen es hier allerdings im Schnitt auf eine trefferquote von max. 40-50% (konsequenter Erfolg ausschließlich durch Risk- u. Moneymanagement erreichbar)

...aber ist dieses Prinzip auch für das Leben wünschenswert?

Posted by: Franz at 19.11.03 12:51

Wenn Du Leute fragst, die mich kennen, werden sie Dir sicher sagen, daß ich gerne alles unter Kontrolle habe, aber andererseits gibt es einfach Dinge, die man nicht unter Kontrolle haben KANN. Das macht zum einen den Reiz aus. Zum anderen leben wir hier auf einem ziemlich unvollkommenen Planeten, und "glauben" ist manchmal einfach alles, was wir kriegen. Aber ich denke bspw., daß die Sache mit dem (christlichen) Glauben schon auf ziemlich stabilen Füßen steht.

Posted by: Clio at 19.11.03 14:38

wo du Recht hast, hast du Recht! :)

Posted by: Franz at 01.12.03 01:54

Ich weiß weder den Sinn des Lebens, doch falls ihn jemand wissen sollte, sollte er ihn mir vielleicht mitteilen^^...
doch egal was ihr sagen werdet, wird es mich befriedigen?Gruß Tillman

Posted by: Tillman at 12.01.04 21:01

in unserem forum wird diese frage auch grade diskutiert....
http://www.dunkel-elfen.de/tbb/index.php?mode=viewthread&forum_id=7&thread=22&z=last&sid=116d92a6ae46cec7506f5be0059be3df

Posted by: Dornenvogel at 13.02.04 16:03