11.07.03

story* getStory(live* x)

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1,2,3 - 1,2,3 Sprechprobe.
Ein wenig kalt war es im T-Shirt. "Sonnenstrahl triff nicht mein Auge, fahre mir lieber über die Hügel der Gänsehaut." Selbstreibung in aller entblößender Öffentlichkeit. War auch den beschrifteten Edelrosen kalt, hingen doch ihre Köpfe viel zu dunkel an ihren gekrümmten Hälsen, oder war es gar nur ein Knicks vor der Königin der Edelrosen, in der zweiten Reihe reckten sie ihren Gaumen überheblich über die Masse.
Mir ist es eigentlich egal gewesen, ich hing leicht dem Gedanken nach ob sich Besseres schlechter und Schlechtes besser provezeihen lässt. Ich mein Dienstags saß hin und herfahrend jeweils eine Hübschheit, demnach nicht geil, vielleicht ein bisschen schön, in meiner Sichtnähe und Donnerstag war ich extra rasiert und? - Nix. Kein großer Verlust. Was blieb mir also über als mein türkises Tupperwaregeschirr mit dem speziellen Öffnungsmechanismus, den ich nicht gleich durchschaute, was durchaus daran liegen mag, dass es keine klärende Tupperwareparty gab, die Dinge kann man ja tatsächlich schon im Geschäft kaufen, im Angesicht der vor Neid erblassenden Edelrosen zu öffnen. Applaus hatte ich Angesichts meiner der Arbeiterschicht angepassten Schnitzelnsemmeln ohnedies nicht unbedingt erwartet. Was aber kam verfolgte mich dann aber dennoch in einem grausigen Bild vor dem Einschlafen.
Man muss sich vorstellen, fast schon sichtbare Geruchswolken warten entfacht beim letztendlich doch geglückten Versuch der Funktionalgeschirrsöffnung. Tiefergelegte steht's bereite kaum mit Haaren versehne Löcher für feuchte Nasen kann ein derartiges virtuoses Ansemble nicht entgehen. Nicht, dass mir ähnliche Wahrnehmungsgenies an diesem Ort nicht schon mal ihren herabhängenden Geifer samt Lippe, mit äußerst von der Welt (der Lippe) losgelöst fast lethargischen Blick, über in dem Fall mit Speck gefüllten Aufbeweckerln, gehängt haben. - Ich dem Tier alles nur keine Angst zeigen wollend, durchdringend an die rufende Macht des Alpha Ersatzes für das Tier glaubend. Ich mein in dem Geifer hätte ein sehr kräftiger Schwimmer durch zähe Konsistent gehindert locker ein bis zwei Bahnen schwimmen können, bis er in dieser an Treibsand erinnernden Masse ertrunken wäre. Mein Aufbeweckerl war jedenfalls schon dabei sich Schwimmflügerln anzuziehen, lag es doch Angesicht in Angesicht mit einem Kopf, der, wäre er gefüllt gewesen, locker jetzt diesen Text für mich schreiben hätte können. Nicht, dass dieses dennoch etwas klein geratene Pony irgendwie gebettelt hätte, schätze auch nicht, dass sie das jemals lernen wird, geht vielleicht auch davon aus, dass die reine Präsenz Ausdruckspotenz genug sei. Also mir hat sie in meiner Regungslosigkeit durchaus gereicht. Was soll ich sagen? Irgendwann hat das Besitzende doch reagiert und nach dem Für und Wider abgewogen waren, auch mein Hündchen, gefolgt von vereinzelnden Schweißtropfen, die sich nun doch raustrauten.
Jedenfalls biss ich meine exquisite Schnitzelsemmel, nichts Böses, auch nicht über die Edelrosen, denkend, ich mein nichts läge mir ferner, bestund ja noch die Möglichkeit, dass sich beim Heimfahren was ergibt. Nicht dass ich dafür eine Edelrose zwischen die Zähne nehmen würde. Egal. Wackelt da wieder eine Hundedame, diesmal tatsächlich edler Abstammung und wohl erzogen zu mir. Ihr braun goldenes kurz geschorenes Fell schimmerte in der noch immer nicht recht wärmenden Sonne. Noch in freudiger Erwartung wedelte der Schwanz, beide Forderbeine zum belohenden haschend springend vorbereitet. Ich ganz beruhigt, weil mit leichtem Anheben meines Arms, konnte das Tier vor meiner Semmel gerettet werden. Immer noch wedelnd vollführte meine Freundin mit gerecktem Hals ein paar trotzdem irgendwie halbherzige, vielleicht aber gut erzogene, Männchen. Ich denk mir: "Wirst schon drüber hinwegkommen. Zaus gibt's eh besseres." Da fühlt sich die Besitzerin bemüßigt sich zu entschuldigen: "Tschuldigung. Sie ist ein bisschen verfressen(rein Körperlich sah ich das nur der Besitzerin an). Vielleicht ist das weil sie aus dem Tierheim ist." Klarer Zusammenhang. "Kein Problem" *Lächel*. Nur meiner Prinzessin war so gar nicht nach Lächeln. Sie zeigte mir den bösesten Hundeblick, den man sich von einer versetzten Dame nur vorstellen mag. Ein Blick der anmutete als wäre er eher der schlimmere Vorbote eines Gnurrbellens. Und wisst ihr was? Ich bekam tatsächlich ein schlechtes Gewissen, so schlecht, dass vor dem Einschlafen mir die hasserfüllte enttäuschte Fratze erschien. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich von ihr geträumt habe, weil ich mich nicht mehr erinnern kann, nichts desto trotz erscheint es mir sehr plausibel.

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Posted by Andreas at 11.07.03 21:22
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