13.11.03

Kinder oder nicht Kinder

ein ziemlich direkter satz meiner frauenärztin (o-ton: "am liebsten wärs mir sie würden schwanger.") hat mich mal wieder zum nachdenken gebracht. wir sind ja nun alle schon eine weile im fortpflanzungsfähigen alter, daher die frage: inwieweit beeinflusst euch das? denkt ihr über kinder nach oder habt ihr gar in dieser hinsicht eine konkrete vorstellung, wie eure zukunft aussehen sollt? wollt ihr kinder? wollt ihr keine? was würdet ihr bei einem "ausrutscher" machen? panik kriegen oder eigentlich ganz glücklich über diesen zufall sein?

ich bin in der ganzen sache irgendwie unentschieden. ich kann mir eigentlich immer noch nicht vorstellen, mutter zu sein. die verantwortung für so ein kleines leben zu übernehmen. das ist für mich eine total abstrakte vorstellung, obwohl ich ja mittlerweile nun auch nicht mehr 16 bin. auf der anderen seite hab ich das dringende bedürfnis, das, was ich besitze, jemandem hinterlassen zu können. es ist eine schreckliche vorstellung für mich, dass mein haus jemand anderem gehören könnte... als atheist - also ohne den beruhigenden gedanken, dass nach dem tod im himmel erst die richtige party losgeht - habe ich das gefühl, nach mir wäre alles zu ende, die kette wäre einfach durchbrochen, wenn ich kein kind hätte. mit einem kind hat man etwas geschaffen, das über einen selbst hinaus geht. ein kreativer akt also. demnach schon erstrebenswert und eine schöne vorstellung. trotzdem, irgendwie macht sie mir auch angst.

was denkt ihr?

Posted by Michelle at 13.11.03 19:47
Comments

"Am liebsten wär's mir, Sie würden schwanger werden"? Was soll denn das? Das geht die ja nun überhaupt nichts an. Wenn das mein Arzt zu mir sagen würde, dann sollte er sich mal auf was gefaßt machen ...
Ich muß gestehen, daß ich mir über Kinder fast gar keine Gedanken mache. Obwohl die Frauen in meinem Alter schon in Panik ausbrechen. Aber dazu bin ich einerseits einfach zu zufrieden mit meinem Job und dem bisherigen Leben, und andererseits habe ich schon genügend Streß mit den Männern (da brauche ich doch nicht auch noch Streß mit Kindern ...). Ich würde gerne mit dem Mann, den ich liebe, Kinder haben. Aber wenn's nicht klappt, würde ich mir aus heutiger Sicht keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch ein Paar, daß keine Kinder bekommen kann. Wenn ein Ausrutscher passiert ... Ja, das ist so eine Sache. Als Christ sollte ich gegen Abtreibung sein, aber dnenoch denke ich, daß ich bei einem Ausrutscher mit dem falschen Mann sehr wahrscheinlich eine Abtreibung machen lassen würde. So schlimm das auch klingen mag, denn das werdende Kind kann ja nichts dafür.

Posted by: Clio at 13.11.03 19:53

Naja, es ging bei dem Satz um die hohe Dosierung meiner Pille und dass es, je länger man sie nimmt, immer schwieriger wird, schwanger zu werden. Daher der Satz. Deswegen hat er mich auch so zum Denken gebracht. Denn ich lass mir natürlich von einem Arzt nicht meine Lebensplanung vorschreiben...

Ich sehe, Du siehst das irgendwie entspannter. Da ich ja im Sommer erst eine Freundin besucht habe, bei der so ein Ausrutscher passiert ist (offensichtlich, denn sie war schon während der Schangerschaft wieder von dem Mann getrennt), würde ich zumindest darüber nachdenken, das Kind dann allein großzuziehen. Es wäre sogar ziemlich wahrscheinlich, dass ich das tun würde, weil mir ja die Familien-Idealvorstellung sowieso abgeht.

Posted by: Michelle at 13.11.03 20:50

Ich denke, wenn ich in der entsprechenden Situation stecken würde, sähe ich das wahrscheinlich alles außer entspannt. :-) Aber ich habe eben auch zwei Freundinnen in meinem Bekanntenkreis, die beziehungstechnisch SChwierigkeiten bekamen: bei der einen zog der Mann ca. 3 Monate nach der Geburt aus. Bei der anderen (das Kind ist ca. 4 Monate) hängt gerade der Haussegen zum 3. Mal in der Ehe so schief, daß eigentlich alle anderen sagen: "Schick ihn in die Wüste." Aber wenn beide ehrlich wären, dann müßten sie zugeben, daß schon vor der Schwangerschaft klar war, daß der betreffende Mann eigentlich niemand ist, mit dem man eine Familie gründen sollte. Beide sind natürlich trotz des Alleinerziehens (auch wenn die zweite es noch nicht so "richtig" machen muß) glücklich und würden ihre Kinder nicht hergeben, aber wenn ich mir ihre Situation anschaue, möchte ich keinesfalls in ihren Schuhen stecken.

Posted by: Clio at 14.11.03 07:23

also ich kann es mir mittlerweile sehr gut vorstellen papa zu werden... da ich nun auch schon fast 2 jahre die passende frau an meiner seite habe und auch nicht vorhabe das zu ändern, steht dem auch nichts im wege... wir haben uns nur darauf geeinigt, das noch bis nach studiumsabschluß zu verschieben, aber bis 30 wollen wir beide doch so 1-3 kinder haben... :o)

was kann man mit seiner existenz für eine schönere spur in der geschichte hinterlassen, als mit kindern...

Posted by: daniel at 14.11.03 13:43